Katharina Auböck, M.A.
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ganzheitliche Kunsttherapeutin, psychologische Beraterin

 

Woran lässt sich Burnout erkennen?

Ich verstehe Burnout mehr als Prozess denn als statisches Krankheitsbild. Anfangs schleichend, später eindeutig spürbar, beginnen bewährte Strategien zur Meisterung des Lebens mehr oder weniger plötzlich zu scheitern.

Was eben noch Freude bereitet hat, scheint nur noch anstrengend. Eigene Bedürfnisse werden vermindert wahrgenommen - und selbst wenn, rücken sie in den Hintergrund. Alles was an Energie da ist, ist nun nötig um den Alltag zu meistern. Das Ausbalancieren unterschiedlicher Lebensbereiche erfodert mehr Kraft als vorhanden ist, deshalb müssen gewisse Bereiche und Aktivitäten "leer" ausgehen.

Stück für Stück passiert immer mehr Entfremdung zum eigenen Denken, Fühlen, Agieren, Glauben . Das Gefühl, sich auf sich selbst verlassen zu können verschwindet und es erfordert mitunter viel Anstrengung um dies vor anderen zu verbergen.

Um gängige Tätigkeiten auszuführen, bedarf es mehr Zeit und Kraft als früher. Eine Verminderung der eigenen Leistungsfähigkeit geschieht  schleichend bis zu dem Punkt, an dem klar ist - Moment mal, hier stimmt etwas nicht mit mir.

Die anhaltende Systemüberlastung führt zu verändertem Denken und Fühlen:

  • Wahrnehmung von sich selbst und der Welt verändert sich
  • Ängste und Panik tauchen auf
  • Entscheidungsfindungen fallen schwer oder sind nicht mehr möglich
  • Selbstwert sinkt - auf Mut ist nicht mehr zuzugreifen
  • Schuldgefühle schmälern das Wohlbefinden
  • Scham, Rückzug, Isolation von anderen
  • Einsamkeit
  • Gedankenscheifen (das Gefühl von gedanklichem Hamsterradl) nehmen überhand
  • Klarheit im Denken nimmt ab
  • emotionale Instabilität (Weinerlichkeit, Gereiztheit, Verlust von Geduld, Aggressivität) verunsichert

Der Stress, der schon lange im Körper ist, beginnt spürbar zu werden.  Körperliche Reaktionen auf stressbedingte Überlastung gibt es viele, die folgende Aufzählung gibt einen kleinen Einblick in die Tragweite burnout-spezifischer Veränderungen auf der Körperebene

  • die Atmung flacht ab
  • Verspannungen nehmen zu
  • Einschlaf- und/oder Durchschlafprobleme
  • Konzentrationsfähigkeit und Merkfähigkeit sinken
  • Schmerzen am Bewegungsapparat tauchen auf
  • Kopfschmerzen und Migräne 
  • Sehstörungen 
  • Probleme mit dem Gehör (Tinitus, Gehörsturz)
  • Magenschmerzen und Verdauungsbeschwerden
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden 
  • ein Infekt nach dem anderen bricht aus
  • sexuelle Unlust
  • plötzliches Auftauchen chronischer Erkrankungen
  • Zunahme von Kompensationsleistungen wie zB Genussmittelmissbrauch, Sport, Sex, ... 
  • ...

So beschreiben Klient*innen wahrnehmbare Veränderungen zu Beginn der kunsttherapeutischen Burnout-Begleitung:

"Die letzte Zeit hab ich nur noch funktioniert."

"Ich hab vergessen was mir gut tut."

"Ich bin so erschöpft, dass ich nicht mehr schlafen kann.

"Mir ist meine Freude abhanden gekommen, sogar an Dingen, die mich früher immer gefreut haben.

"Meine Freunde zu sehn tut mir eigentlich gut, aber ich kann mich zu nichts mehr aufraffen sobald ich daheim bin."

"Wenn ich in den Krankenstand gehe, kann ich danach nie wieder zurück an diesen Arbeitsplatz.

"Eigentlich ist mein Jobpensum nicht von einer Person alleine zu bewältigen."

"Ich weiß der Job ist der falsche, aber ich brauche ihn unbedingt um meine Fixkosten zu bewerkstelligen.

"Ich kann den Kontakt zu mir selbst nicht mehr herstellen, fühl mich von allem und jedem getrennt."

"Früher hab ich das ja auch geschafft, ich werd schon einen Weg finden, wie es mir wieder gelingt."


Ab einem gewissen Punkt können die weiter oben skizzierten Symptome dazu führen, den Anforderungen des Alltags mental, emotional und/oder körperlich nicht mehr gewachsen zu sein. Es kommt zu Zusammenbruch/Crash/Showdown.

"Burnout ist keine Diagnose, Burnout ist ein Prozess." (Dr. Med. Michael Spitzbart, spezialisiert auf präventive Medizin)

An dieser Stelle wünsche ich Ihnen, dass Sie schon aktiv werden - im Sinne der Selbstfürsorge für sich selbst einstehen, und das bestmöglich bevor alle Ihre Systeme und Mechanismen streiken und Sie sich zum Reagieren gezwungen fühlen.

Worin liegt die Chance von Burnout?

Wo Schatten, da Licht!

Burnout ist meiner Ansicht nach eine hervorragende Leistung unseres körpereigenen Systems um uns aus der "Funktionieren-Maschinerie" aussteigen zu lassen. Die Betroffenheit eröffnet die Möglichkeit das eigene Denken, Fühlen, Handeln und Leisten bzw. Nicht-mehr-wie-gewohnt-leisten-Können zu erkennen, zu reflektieren und entlang unseren ureigenen Anlagen so zu verändern, wie es für uns heute hilfreicher und der eigenen Gesundheit dienlicher ist.

Entschleunigung ist Programm - Reorganisation von Nöten, ein "sich-neu-aufstellen "- ein Aktualisierungsprozess für Körper, Geist und Seele.

Kunsttherapie als Burnout-Begleitung

Die kunsttherapeutische Burnout-Begleitung erfolgt in drei Phasen.

  1. Sie verschafft Überblick über den Ist-Zustand und sensibilisiert auf die Gesamt-Lebens-Situation.
  2. Sie gibt den Raum um persönliche Handlungsoptionen zu vergegenwärtigen, regt zur Reflexion an und öffnet neuen Verhaltensweisen die Türe.
  3. Perspektivenplanung und Zielsetzungen werden unter zuhilfenahme kreativer und kunsttherapeutischer Prozesse angeleitet.

Konkrete und angeleitete kunsttherapeutische Prozesse bilden dafür die Basis.

Es sind keinerlei künstlerische oder therapeutische Vorkenntnisse erforderlich.

Das Miteinbeziehen von schöpferischem Tun, den kreativen Gestaltungen und dem ureigenen Ausdruck aktiviert dabei die individuellen Ressourcen bzw. legt "verschüttetes Potential" wieder frei. Dadurch werden neue Handlungsoptionen sichtbar und erlebbar gemacht.

Das Ziel der Begleitung ist es, wieder "Oberwasser" zu erlangen. Sich selbst im kreativen Lebensgestaltungsprozess zu erleben um den jeweiligen Anforderungen gegenüber gestärkt und mit neuen Ansätzen zu begegnen. Oder anders formuliert:

  • Erhaltung der Arbeitsfähigkeit
  • Psychische Stabilisierung
  • Gewinnung von Selbstvertrauen, Selbstwert und Selbstwirksamkeit
  • Soziale Integration
  • Kompetenzerwerb zur nachhaltigen, eigenverantwortlichen Lebensführung

mein kunsttherapeutischer Erfahrungsschatz

Im Jahr 2018 war ich für "Zwischenzeit", einem kunsttherapeutischen Pilotprojekt zur Begleitung von Burnout-nahem bzw. von Burnout-betroffenen Klientel tätig. Das erfolgreiche Kurzzeit-Konzept dafür stammt vom Institut für Kunsttherapie. Praktische Erfahrung aus 20 Jahren kunsttherapeutischer Begleitung  Betroffener bilden die Basis des leitgebenden Konzeptes. Mittlerweile ergab die Evaluierung dieser Tätigkeit durch die Universität Wien die hohe und rasche Wirksamkeit von Kunsttherapie bei Burnout bzw. Burnout-Gefährdung.

In diesem Kontext habe ich in etwa 450 Stunden mit diagnostizierten Burnout-Klientinnen und -Klienten an der Wiedererlangung ihrer persönlichen Ressourcen und dem Zugewinn an Lebensfreude und kreativer Lebensgestaltung durch kunsttherapeutische Begleitung gearbeitet. Auf diesen Erfahrungsschatz darf ich zugreifen - und davon können Sie profitieren.

Rückmeldungen auf die erfolgte kunsttherapeutische Burnout-Begleitung

Klient*innen-Stimmen nach erfolgter kunsttherapeutischer Burnout-Begleitung klingen so:

"Situationsanalyse - klare Sicht über die Problemstellung gewonnen."

"Große Probleme haben sich in kleine, bearbeitbare Problemstellungen gegliedert"

"Positive Zugänge wurden erarbeitet und sichtbar gemacht"

"Besseres Körpergefühl, Anspannungen haben deutlich abgenommen."

"Bin endlich vom Denken ins Fühlen gekommen."

"Konnte aufhören zu funktionieren und beginnen mein Leben selbst zu meistern."

"Jetzt weiß ich wieder wer ich bin,  was ich mag und was ich nicht (mehr) mag."

"Abgrenzung funktioniert wieder. Ich kann meine Grenzen wieder spüren, selber halten und nach Außen verteidigen."

"Bunte Begleitung für eine graue Lebensphase."